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Stifter

Peter Harry Fuld wurde 1921 in Frankfurt am Main als jüngster Sohn eines jüdischen Kaufmanns und einer christlichen Mutter geboren. Sein Vater Harry Fuld war der Gründer der Firma H. Fuld & Co. Deutsche-Privat-Telefongesellschaft, der späteren Telefonbau & Normalzeit/TELENORMA, dann AVAYA-TENOVIS (heute nur AVAYA). Als "Halbjude" musste er 1939 Deutschland verlassen. Mit Kriegsbeginn wurde er als Deutscher in England und später in Kanada interniert, ehe er Ende 1941 aus der Internierung entlassen in Toronto studierte und den "Bachelor of Law" erwarb.

Zwischenzeitlich kanadischer Staatsbürger geworden, kehrte Peter Fuld Ende 1945 nach Europa zurück, um fortan in London und Frankfurt zu wohnen. Zusammen mit seinem Anwalt und Freund Philip H. Hartley betrieb er später die übernahme seines Erbes, einer Kommanditbeteiligung an der Telefonbau & Normalzeit Lehner & Co. Peter Fuld erkrankte 1959 an einem Gehirntumor und starb schließlich 1962 in Frankfurt am Main.

Die Zeit der Internierung und des Studiums in Toronto war für Peter Fuld überschattet von Diskriminierungen. Als "Halbjude" wurde er von seinen jüdischen und deutschen Mitflüchtlingen, als Deutscher von seinen kanadischen Studienkollegen gemieden. Diese persönlichen Erfahrungen und die Beobachtung der Schicksale farbiger Kommilitonen erweckten in Peter Fuld besonderes Mitgefühl für rassenmäßige Diskriminierung. Sensibilisiert für menschliches Leid, hat er noch zu seinen Lebzeiten im Nachkriegsengland vielen farbigen Flüchtlingen geholfen.

Seinen Plan, eine Stiftung in Deutschland für diskriminierte und begabte Jugendliche zu gründen, konnte Peter Fuld wegen seiner Erkrankung nicht mehr ausführen. Er vermachte daher einen Teil seines Vermögens Philip H. Hartley mit der Auflage, eine Stiftung ins Leben zu rufen.

 

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